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WeihnachtsmannJährlich komme ich bereits weit vor Weihnachten auf die Erde, um zu sehen, wie sich die Menschen auf Weihnachten vorbereiten, und um mir die ersten Wünsche abzuholen. Dafür muss ich mich natürlich auch überall informieren, denn die ganzen High Tech Sachen, die jetzt mehr und mehr auf den Wunschzetteln stehen, entwickeln sich in dem einen Jahr, wo ich nicht auf der Erde bin, immer weiter.

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1. Worum geht es bei Weihnachten?

Abgesehen davon werden die Wünsche entweder immer größer, weil die Kinder sonst bereits alles haben, oder vielen aus dem selben Grund nichts mehr einfällt.

Nicht nur insofern hat sich Weihnachten gewandelt. Früher haben sich die Menschen noch Dinge gewünscht, die für sie ansonsten nahezu unerreichbar waren, die sie wirklich brauchten. So konnte man ihnen noch eine richtige Freude machen. Aber es geht ja Weihnachten eigentlich gar nicht darum, sich gegenseitig etwas zu schenken, obwohl man so langsam den Eindruck gewinnen könnte. Wenn ich so durch die Straßen und Geschäfte ziehe, frage ich mich sowieso, worum es heutzutage bei Weihnachten eigentlich geht. Schon früher assoziierte man mit einem feierlichen Weihnachtsfest: eine dekorierte Wohnung mit vielen Kerzen, Tannenzweigen, Orangen-, Vanille- und Zimt-Duft, möglichst mit einem Tannenbaum mit weihnachtlichem Schmuck und vielen vielen Lichtern, Süßigkeiten, Plätzchen, Kuchen, einem Festmahl und Geschenken.

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2. Meine Beobachtungen

WeihnachtsmannDie Christen unter den Menschen haben noch eine Krippe. Es gehören Weihnachtslieder zum heiligen Abend, die der ein oder andere sogar noch selbst singt, und vielleicht eine Weihnachtsgeschichte. Und alle, die noch Weihnachten so richtig feiern, haben eben die Geschenke unter dem Baum, die überall wo es diese herrliche Tradition gibt, voller Spannung und Freunde früher oder später am Weihnachtstag ausgepackt werden dürfen. Das ist quasi der Höhepunkt dieses Festes für viele. Wie gesagt: Es war früher eine Geste, jemandem mit einem Geschenk einen Wunsch zu erfüllen, den er sich selbst nicht erfüllen konnte. Man wollte seinem Gegenüber eine Freude machen, indem man zeigte, dass da jemand ist, der an den anderen denkt. Denn Weihnachten ist das Fest der Liebe. Aber dazu später.

Heute zählt fast nur noch die Rahmenbedingungen zu diesem Fest so großartig wie möglich zu gestalten. Es gibt tausende Variationen von Dekorationsmaterial, das man überall kaufen kann, Süßigkeiten, Plätzchen und Kuchen kann man schon fast ab September in rauen Mengen kaufen und essen, etwas was eigentlich den Tag zu etwas einmaligem machen sollte. Vorschläge fürs Festmahl gibt es in jeder Zeitschrift und es wird manchmal schon fast schwierig, etwas besonderes zu kochen, denn man kocht ja sonst schon toll oder gönnt sich in einem ganz feinen Restaurant mal etwas originelles. Es findet also von Jahr zu Jahr ein Wettbewerb statt.
Überall sehe ich meine Ebenbilder herumstehen - nicht nur in Schokolade - und sogar tanzend und Po-wackelnd oder sogar als Nikoläuse. Genau wie andere Dinge, die Weihnachten symbolisieren: Engel, künstliche Weihnachtsbäume, Sterne und Lichterketten.

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3. Weihnachtszeit = Vorbereitungszeit, aber worauf?

WeihnachtsmannNatürlich ist es wichtig, dass man bereits vor Weihnachten bestimmte Dinge kaufen kann. Aber wie weit im Voraus? Und in welchem Überfluss? Und mit welcher Entfremdung? Jetzt beginnen sogar schon in einigen Städten die Weihnachtsmärkte eher, damit man auch da schon früh genug in weihnachtliche Stimmung kommt. Aber, wenn ich versuche, diese Stimmung zu definieren, auch durch das, was ich so aufschnappe, dann geht es eher darum, alles immer gewaltiger und größer aufzuziehen, und sich mit den Vorbereitungen zu stressen, vor allem mit dem Geschenkkauf. Weihnachten ist eine Tradition geworden, die fast nur noch aus Pflicht und Gewohnheit besteht und vor allem im Vorfeld gar nicht mehr willkommen ist.

Für manche ist wenigstens das Fest noch etwas besonderes, wenn sie auch den Trubel in der Vorweihnachtszeit hassen. Das sind vor allem diejenigen, für die das Ganze auch ein Fest mit ihren Lieben ist. Etwas das nicht den aufgesetzten 'Friede - Freude - Eierkuchen' Geschmack hat.

Aber unter all der Kommerzialisierung kann man selbst diesen sowieso noch sehr seltenen Aspekt der Feierlichkeit leicht vergessen und übersehen. Und wie viele, die sich da in den Läden oder auf den Weihnachtsmärkten in das vorweihnachtliche Getümmel stürzen, denken noch daran, worauf diese Adventszeit tatsächlich noch eine Vorbereitung ist?

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4. Gottes Liebe

WeihnachtsmannUm das Bewusstsein dafür aufzufrischen, muss ich nun doch mit dem christlichen Glauben kommen, um einen Botschaft zu vermitteln, die noch immer aktuell ist, und die schließlich der Ursprung des Festes ist: Denn wir feiern dadurch, dass der Menschwerdung Gottes gedacht wird, die Tatsache, dass es etwas gibt, was bestimmte Mauern und gesellschaftliche Gesetze niederreißen kann: die Liebe. Gott liebt uns so, dass er Mensch wurde. Und es kommt noch besser: Er liebt uns so, dass er nicht König wurde, sondern ein kleines Kind im Stall, verletzlich, arm. Man feiert also die Revolution, dass man begreifen muss, dass in jedem von uns Gott und damit Größe ist, und dass wir daher jeden Menschen achten sollen, da jeder wertvoll ist. Und wenn wir Gottes weitere Lehre betrachten, die er uns durch Jesu Leben und Wort überbracht hat, erkennen wir: Dass Gott jede Seele retten kann, und jedem vergeben und zu einem Neuanfang verhelfen kann, und überhaupt, dass, lässt man sich auf seine Liebe ein, es kein Ende sondern Erlösung und ewiges Leben gibt. Dieses Licht der Liebe und des Lebens feiern wir. Bildhaft machen wir diese Botschaft durch die vielen vielen Lichter am heiligen Abend. Angekündigt wird das erwartete Licht (Advent) durch die wachsende Anzahl der brennenden Kerzen an den vier Sonntagen vorher. Das ist der traditionelle Ursprung dieses Festes, das schon so viele Jahrhunderte überlebt hat. Mag man nun gläubig sein oder nicht: Die Botschaft ist für alle geltend, denn es ist eine soziale Botschaft: Vor Gott sind alle gleich - und die Brücke der Liebe kann jeden retten. Deshalb ist die eigentliche Aussage vor Weihnachten genauso auch für Nicht-Christen, dass man auf den anderen Menschen, dem man begegnet, zugehen soll, ihm eine Chance geben soll, ernsthaft und von Herzen. Dann erst kann einem der ganze Materialismus egal sein. Und vielleicht kann Weihnachten trotz des oberflächlichen Reichtums und der alljährlich gewohnheitsmäßigen Selbstverständlichkeiten zu etwas ganz besonderem werden, weil ihr reich werdet im Herzen. Und wenn ihr das euren Kindern weitergebt, wird es wieder zu einem wesentlich glanzvollerem Fest, als es jetzt ist. Und ich bekomme wieder den Platz in der Weihnachtszeit, der mir gebührt.

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