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Pecha Kucha Referenten sichtlich erleichtert nach dem Vortrag

Es gehört schon ein wenig Sadismus dazu, einen Pecha Kucha Abend zu besuchen. Einen solchen konnte ich auf der OOP 2012 erleben. Eine Reihe von Protagonisten (im Original sind es 14) versuchen über Thema zu referieren, das Ihnen am Herzen liegt anhand von 20 Bildern, die sie ausgewählt haben und die während des Vortrags gezeigt werden.

Das ist an sich noch nicht so besonders. Es gibt aber noch ein paar Regeln, die das ganze schmackhaft machen.

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Regeln

  • Ein Vortrag soll genau sechs Minuten und vierzig Sekunden dauern.
  • Ein Bild wird nur für genau 20 Sekunden gezeigt. (20 Bilder mal 20 Sekunden macht sechs Minuten und vierzig Sekunden)
  • Die Referenten wissen nicht genau, wann sie mit ihrem Thema an der Reihe sind. Vor jedem Vortrag wird der nächste per Los entschieden.

Diese Regeln machen deutlich, dass die Referenten während der ganzen Angelegenheit einen enorm hohen Puls haben, und dass die Vorbereitung darauf intensiver ist als zum Beispiel für einen 90 Minuten Vortrag.

Woher kommts? Wenn man bedenkt, dass Pecha Kucha so ähnlich ausgesprochen wird wie ptschaktscha, kommt man vielleicht auf Japan. Denn es wurde in Tokio im Jahr 2003 zum ersten Mal von Architekten veranstaltet.

Wozu das ganze? Neben dem Nervenkitzel bekommen die Zuschauer in einer sehr kurzweiligen Übersicht viele verschiedene Themen auf den Punkt gebracht. Viele der Themen können ohne weiteres auf eine Stunde ausgedehnt werden, aber gerade dadurch, dass die Vortragenden gezwungen sind, die Zeiten einzuhalten, beschränken sie sich auf das Wesentliche. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Art elevator pitch mit Bildern.

Martin Heider und Bernd Schiffer führten durch den Abend und kümmerten sich um organisatorisches. Die Referenten und ihre Themen im einzelnen:

  • Peter Friese: Fake it til you make it Video
  • Frank Mueller: Nebenläufigkeit als natürliches Paradigma
  • Eberhard Wolff: Googles Dart - eine neue Programmiersprache nicht nur fürs Web
  • Johanna Rothman: Creating an Adaptable Life
  • Jens Coldeway: Little's Law
  • Andrea Heck: Agile Entwicklung - das Team ist entscheidend, nicht der Prozess
  • Stefan Roock: Innovation - das wahre Bottleneck
  • Lothar Wieske: IT-Komplexität verfolgt mich - aber ich bin schneller
  • Jens Schauder: Grundpflichten eines Software Entwicklers
  • Maik Pfingsten: Am Ende des Budgets ist noch viel Monat übrig

Diese kleine Auflistung macht deutlich, dass es sich durchaus um interessante und auch anspruchsvolle Themen handelt. Diese Reduktion auf das wesentliche würde so manchem meeting gut tun. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass im Rahmen einer keynote auf der OOP 2012 gefragt wurde, wer der Anwesenden den Begriff elevator pitch kennen. Dies war nur bei rund der hälfte der Fall - mitunter ein Zeichen, warum Softskills bei Entwicklern so gefragt sind.

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