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Jawbone UP 24 mit UP App auf dem iPhone und USB Adapter

Wenn man das Gerät aus der Werbung noch nicht kennt, könnte man meinen es geht jetzt um den Kieferknochen (engl. jawbone). Nein es geht um "Essen, schlafen und bewegen. Aber gesund." und das erreicht man angeblich alles mit dem Jawbone Up 24, einem Armband mit elektronischem Innenleben, das unter bestimmten Voraussetzungen zum Leben (Vibrieren) erwacht und das es zusammen mit einer kostenlosen App für rund 130€ zu kaufen gibt. Ich habe das Gerät nun einen Monat getestet. Mein persönliches Ziel war es, die Qualität, eventuell auch Quantität meines Schlafes zu steigern, im Büroalltag mehr Aktivität zu erreichen und gegenüber einiger unaufdringlicher Tipps zur Steigerung meiner Gesundheit bin ich auch nicht abgeneigt. 

 

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1. Hardware

Jawbone UP 24

Das Jawbone Up 24 gibt es in drei Größen, S, M und L. Ich dachte bisher, dass ich ein normales Handgelenk habe, brauche aber laut der Anleitung von Jawbone für die Messmethode der Größe die L-Version. Und sie passt wie angegossen. Menschen mit festeren Handgelenken könnten da Probleme bekommen. Es gibt aktuell fünf Farben: Persimmon, Pink, Schwarz, Rot, Lime. Das Armband besteht außen aus einer Art Gummi und ist sehr hautverträglich. Ich habe eine Neigung zu allergischen Reaktionen zum Beispiel bei Uhren, habe aber mit dem Jawbone UP 24 keine Probleme. 

Das Armband hat keinen festen Verschluss und man kann es dadurch sehr einfach um das Handgelenk wickeln und wieder abnehmen. Es sitzt dabei gerade so fest, dass es nicht stört. Auch beim Schlafen in der Nacht, wenn ich meinen Arm mit dem Jawbone unter dem Kopfkissen habe, verliere ich es nicht. Der einzige Knopf an dem Gerät ist dabei so gut platziert - direkt an einem Ende des gebogenen Vierkants, dass er nicht unbeabsichtigt betätigt wird. Am Anderen Ende verbirgt eine fest sitzende Kappe einen Klinkenstecker, an dem ein USB-Adapter zum Aufladen des Geräts angebracht werden kann. 

Für die Laufzeit des Akkus werden vom Hersteller 7 Tage versprochen, bei mir sind es aktuell 5 bis 6 Tage. Das Laden selbst dauert rund 1 Stunde und der Ladezustand kann über die App (dazu später mehr) abgerufen werden. 

Über den bereits erwähnten Knopf kann am Gerät der Schlafmodus aktiviert und deaktiviert werden, sowie das Vibrationssignal zum Beispiel beim Wecken ausgeschaltet werden. 

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2. Software

App UP

Für die Steuerung des Geräts und zur Auswertung gibt es eine App mit dem Namen Up für iOS und Android. Ich habe die iOS-Version getestet und habe leider gar keine Erfahrung mit der Android Version. Die Installation der App ist über den App-Store gewohnt kinderleicht und die Erklärungen zum ersten Pairing sind sehr gut erklärt, dass das auch auf Anhieb gelingt. Die App gibt es in deutscher Sprache, die Steuerung erfolgt über übliche Gesten, die Menüs sind über einen Swipe nach rechts beziehungsweise links zu erreichen. Das User-Interface ist übersichtlich und nicht zu voll, modern mit leicht verständlichen Icons gestaltet. 

Kommunikation

Die Kommunikation mit dem Armband erfolgt über das energiesparende USB 4.0 Protokoll. Ändert man Einstellungen, die an das Gerät übertragen werden sollen, in der App, muss man diese Änderung bestätigen, damit sie auch dann tatsächlich übertragen werden. Das habe ich manchmal vergessen und bin dann schon mal ungewollt an einem Feiertag unter der Woche geweckt worden. Folgende Einstellungen können gemacht werden: Schlafmodus, Stoppuhr, Nickerchen, Smart-Alarm, Aktivitätsmeldung und Erinnerung. 

Auswertungen

Die über das Armband ermittelten Daten (und noch mehr) lassen sich in anschaulichen Statistiken in der App auswerten. Die aufgezeichneten Schritte und Aktivitäten scheinen meinen Beobachtungen nach den realen Aktivitäten zu entsprechen. Die Richtigkeit der Aufzeichnungen des Schlafes kann ich leider nicht überprüfen, aber auch hier kann ich zum Beispiel die Aufzeichnung der Wachphasen bestätigen. Eines ist aber sicher, durch die Kombination mit einem Armband sind die Daten zuverlässiger als bei Schlaf-Aufzeichnungs-Apps, die die Daten aufgrund der Bewegung des Smartphones gewinnen. Für letztere Variante muss das Handy im Bett platziert werden. Es kann herausfallen und die Bewegungen des Partners im Bett werden eher mit aufgezeichnet, als bei einem Armband. Hat man einmal das Aktivieren des Schlafmodus vergessen, so kann dies über die App und die Eingabe der entsprechenden Uhrzeit nachgeholt werden. Die Daten wurden dennoch aufgezeichnet und werden dann bezüglich des Schlafrhythmus ausgewertet und angezeigt. 

mehr als nur aktiv

Neben den Daten, die das Armband aufzeichnet, können zusätzlich noch weitere Daten manuell gesammelt werden: (sportliche) Aktivitäten, Ernährung, Gewicht und Stimmungslage. Bei den sportlichen Aktivitäten können viele verschiedene inklusive Schwierigkeitsgrad und Dauer erfasst werden - für sie wird direkt der Kalorienverbrauch berechnet. Getränke, Lebensmittel und Gerichte können über eine Livesuche eingegeben werden. Die Mengenangabe erfolgt dann je nach Sinn und Festlegung in der Datenbank in Gewicht, Volumen oder Tassen. Es werden hierbei nicht nur die Kalorien ausgerechnet, sondern in einem Punktesystem wird auch eine Aussage über die Qualität der Nahrung gemacht. Die berechneten Kalorien werden direkt den verbrauchten gegenüber gestellt. Hierbei kann man aber sicher davon ausgehen, dass es sich nur um Richtwerte hinsichtlich der Genauigkeit handeln kann. 

Auf der Basis der gesammelten Daten bekomme ich Tipps zu Aktivität und Ernährung angezeigt, die löblicherweise nicht aufdringlich und immer positiv und konstruktiv formuliert sind und motivieren können / sollen. 

Die App UP kann mit anderen Apps kommunizieren, wie zum Beispiel mit MyFitnessPal, RunKeeper, Strava, Withings und vielen mehr. Dies habe ich aber auch aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten noch nicht testen können. 

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3. Auswirkungen

Jawbone UP 24 mit UP App auf dem iPhone und USB Adapter

Welche Auswirkungen hat nun der Einsatz von Jawbone Up 24 auf mein Leben gewonnen? Ich werde motiviert früher ins Bett zu gehen und mache das auch manchmal. Ich gehe mehr Treppen als dass ich den Lift benutze. Zum Einkaufen lass ich das Auto auch schon mal ganz gerne stehen. Ich gehe öfter spazieren und merke den Aktivitätszuwachs. Habe ich eine schlechte Schrittzahl, dann versuche ich vermehrt dieses Manko durch zusätzlichen Sport auszugleichen. Insgesamt kann ich sagen, das Ziel ist zumindest teilweise erreicht. 

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